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Anleger schrecken vor Gold und Silber zurück

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Anleger schrecken vor Gold und Silber zurück

(Berlin, den 10.06.2014) Bei einem Goldpreis von 1.377 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) sahen sich Goldbesitzer schon auf der sicheren Seite. Seit Mitte März hält sich der Preis auf einem mehrmonatigen Hoch. Doch Anleger schreckten vor dem Kauf zurück – trotz des sogenannten „Goldenen Kreuzes“, das ein Kaufsignal in der Kursgrafiken-Analyse ist. Aktuell liegt der Goldpreis bei rund 1.245 Dollar; der tiefste Stand seit Januar.
Silber schneidet bei den Anlegern sogar noch schlechter ab. Der Preis liegt mit etwa 18,70 Dollar pro Feinunze auf einem so niedrigen Stand wie zuletzt 2010. Zurückzuführen ist das auf die Teilnehmer des Marktes: Sie spekulieren kaum noch auf Edelmetalle und ziehen sich teilweise sogar aus dem Markt zurück. Sie trugen seit Jahrzehnten vor allem durch „Papiergold“, Produkte am Terminmarkt, zur Hausse des Goldpreises bei. Ebenso trieben börsengehandelte, mit Silber und Gold hinterlegte Indexprodukte, zu den bisherigen hohen Preisen bei. So wurde beinahe ein Fünftel der Jahresproduktion an Gold vom Markt gezogen und in Fonds gesteckt. Der historische Höchststand wurde dabei im Sommer 2011 verzeichnet.

Kursbild zeigt Todeskreuz

Nachdem im vergangenen Jahr zunächst die Fonds mit dem Verkauf des Goldes begannen, verlassen nun auch noch weitere Spekulanten den Markt. Rohstoffanalyst der Commerzbank, Eugen Weinberg, sieht den Verkaufsdruck weiterhin über den Terminmarkt entstehen. Ein Indiz dafür sich auch sogenannte Netto-Long-Positionen, die um steigende Preise am Terminmarkt wetten. Diese wurden aktuell auf 57.600 Kontrakte reduziert; eine Reduzierung um insgesamt 29 Prozent und somit auf dem niedrigsten Stand seit circa vier Monaten.

Wetten auf sinkende Preise

Auf dem Silbermarkt werden sogar fleißig Short-Positionen ausgebaut. Diese wetten, im Gegensatz zu den Netto-Long-Positionen, auf sinkende Preise am Terminmarkt. Seit die Daten 2006 zum ersten Mal erhoben wurden, liegen sie aktuell mit 4.200 Kontrakten auf dem höchsten Stand überhaupt. Anfang dieser Woche war dann ein berüchtigtes „Todeskreuz“ im Kursbild zu sehen, das charttechnisch sehr negativ zu bewerten ist. Wenn die Linie des kurzfristigen Trends die des langfristigen Trends von oben wie ein Kreuz schneidet, drohen sinkende Preise. Auf diese Signale reagieren auch Computerprogramme. Dabei wird der kurzfristige Trend meist als 50-Tage-Linie und der langfristige als 200-Tage-Linie bewertet.

Wohin fließt das Geld?

 

Doch wohin wandert das Geld mit der aktuell schwierigen Lage am Markt? Auch die Nachfrage aus Indien und China, den größten beiden Nachfrageländern für Gold, hat weiter nachgelassen. Zuletzt vor über einem Jahr importierte China so wenig wie die 67 Tonnen aus Hongkong im April diesen Jahres. Offenbar sitzen die chinesischen Banken auf hohen Goldbeständen und müssen diese erst abbauen, bevor sie neues Gold importieren. Auch andere Zentralbanken, beispielsweise die türkische, haben weniger Gold eingekauft. Dabei spielt auch die schwache Heimatwährung eine Rolle.

Zahlen des World Gold Councils bestätigen zudem, dass auch der Verkauf von Münzen zurückgegangen ist; unter anderem in den Vereinigten Staaten. Der World Gold Council geht davon aus, dass die Nachfrage nach Münzen und Barren im ersten Quartal um beinahe 40 Prozent zurückgegangen ist und zudem Abflüsse aus vielen Goldfonds beinahe zum Erliegen gekommen sind.

Die Preise für Edelmetalle werden auch durch eine starke Verfassung der Aktienmärkte belastet. Statt in Gold und Silber investieren Anleger vermehrt in Aktien. Gold gilt als Inflationsschutz – und aktuell niedrige Inflationsraten bremsen den Goldkauf dementsprechend. Und solange die Nachfrage nicht steigt, stehen Gold und Silber weiter unter Druck.

Goldreserven der Zentralbanken bleiben bestehen

 

Erst kürzlich haben die wichtigsten Zentralbanken der Welt wieder beschlossen, dass die Goldreserven bestehen bleiben. Die Gruppe von 21 Banken hat eine Verlängerung des Abkommens unterzeichnet, das regelt, dass keine großen Gold-Bestandsmengen verkauft werden. Gold bleibt damit ein wichtiges Element der globalen Reserven.

Dieses vierte Goldabkommen gilt vom September diesen Jahres bis zum Herbst 2019. Mit dem Abkommen versichern die Bundesbank, die Europäische Zentralbank (EZB), die spanische, französische und italienische Notenbank, mehrere andere europäische Notenbanken sowie die Schweizerische Nationalbank, dass sie Gold-Transaktionen koordinieren und so Marktturbulenzen vorbeugen. Im jetzigen, dritten Abkommen war eine jährliche Verkaufsbegrenzung von 400 Tonnen angegeben. Nun erklärten die Zentralbanken, es gäbe keine aktuellen Pläne, große Mengen an Gold zu verkaufen. Diese 21 teilnehmenden Notenbanken halten insgesamt rund 10.000 Tonnen Gold, was einem Fünfzehntel der Menge des Edelmetalls entspricht, die bisher abgebaut wurde. Auch die Banken mussten im letzten Jahre hohe Marktwertverluste hinnehmen.

Bild© Carsten Reisinger – Fotolia.com

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